Lander Historic Arms - Bayern, Beutepistole, ex preußische Kürassierpistole 1731

Bayern, Beutepistole, ex preußische Kürassierpistole 1731

Bayern, Beutepistole, ex preußische Kürassierpistole 1731 Nummer:ME09

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In Bayern aus erbeuteten Waffenteilen gefertigte Behelfspistole

In der Gebrauchszeit neu gefertigter Nussbaum-Vollschaft mit ovalen Verschneidungen. Messingbeschläge, bestehend aus halbem Vorderschaftband, Abzugsbügel, facettierter Kolbenkappe mit langen, seitlichen Sporen und schlangenförmigem Schlossgegenblech für drei Schrauben. Frühes bayerisches Steinschloss, vermutlich gefertigt von Johann Jakob Behr mit gewölbtem Schlossblech, entsprechendem Schwanenhalshahn und runder Eisenpfanne ohne Verbindungssteg zum Batterielager. Auf der gesamten Länge runder, preußischer Lauf mit zwei Zierrillen am Pulversack und stilisierter Adlermarke an der Oberseite. Kimme in das gerade endende Schwanzschraubenblatt eingefeilt, langes Messingkorn auf dem Lauf. Auf dem Vorderteil des Abzugsbügels die Truppenteilsignatur „A 7“. Hölzerner Ladestock mit Messingdopper.

Gesamtlänge 485 mm, Lauflänge 294 mm, Schlosslänge 156 mm, Kaliber des glatten Laufs 16,84 mm, Gewicht  1.440 g

Bayerns Armee hatte in den Kriegsjahren seit 1806 viel geleistet, viel gewonnen, aber auch sehr viel verloren. Vor allem das leidige Waffenproblem war nur unter größten Anstrengungen zu lösen. Wegen Plünderungen  und Zerstörung von Maschinen in den  Gewehrfabriken Amberg und Fortschau durch österreichische Truppen im April 1805  reichten die Lieferungen bei weitem nicht aus, die Verluste kurzfristig auszugleichen. So sah sich der bayerische König genötigt, die Beschaffung anderweitigen Ersatzes zu genehmigen. In der Folge wurden Lieferauftrage nach Suhl vergeben. Doch trotz dieser Lieferungen, der schleppend wieder anlaufenden Produktion in den bayerischen Gewehrfabriken und der in großen Mengen angefallenen oder von Napoleon zur Verfügung gestellten Beutewaffen blieb das Problem des Waffenersatzes nach wie vor gravierend und sollte auch bis 1815 nicht annähernd gelöst werden.

Zu diesen Beutewaffen gehört auch diese Pistole aus ehemals preußischer Produktion, welche entweder von bayerischen Truppen selbst erbeutet, oder aber auf Anordnung Napoleons an die bayerische Armee abgegeben wurde.

Ob diese Pistole in einer der Gewehrfabriken, in einem der Zeughäuser oder durch einen Regimentsbüchsenmacher gefertigt wurde, ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Da aber unterschiedliche Teile von verschiedenen Waffen zusammengefügt wurden, mag man zunächst davon ausgehen, dass die Pistole in einem der bayerischen Zeughäuser entstanden sein dürfte – nur dort waren mit großer Wahrscheinlichkeit Ersatzteile mannigfachster Provenienz und unterschiedlichsten Alters vorrätig.

Doch auch das bereits 1801 aufgelöste Armaturwerk Fortschau muss in die Überlegungen mit einbezogen werden. Der Bedarf der bayerischen Armee war riesig und riss im Laufe der Kriegsjahre nicht ab und da Amberg wegen einer Reihe von Problemen nicht genügend liefern konnte, erhielten die Fortschauer Meister umfangreiche Aufträge. Zumeist handelte es sich dabei um Umarbeitungen von Beutewaffen oder den Zusammenbau von älteren Waffenteilen oder solcher fremder Herkunft zu Waffen nach neuestem bayerischem Muster. Zur Erledigung der Aufträge hat man den Fortschauer Meistern Teile für unter anderem 300 Pistolen, alles aus der Kriegsbeute überlassen.

Die Truppenteilsignatur "A 7" am Abzugsbügel der vorgestellten Pistole  könnte für eine Verwendung bei der bayerischen Artillerie hinweisen, die während des Feldzuges erfolgreich gegen die preußischen Festungen in Schlesien eingesetzt war. Dies umso mehr, als nicht dem Reglement entsprechende Feuerwaffen meist und bevorzugt an die Artillerie, den Train oder die Pioniere abgegeben wurden.

 

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