Frankreich, Gendarmeriepistole M an 9, Fertigung Maubeuge 1817

Nummer:0327

Frankreich, Gendarmeriepistole M an 9, Fertigung Maubeuge 1817

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Wegen ihrer Handlichkeit eine der begehrtesten französischen Ordonnanzpistolen der Steinschlosszeit auch bei den Offizieren der Infanterie

Nussbaumvollschaft mit Eisenbeschlägen, diese bestehend aus doppelbündigem, rechtsseitig federarretiertem Laufring, Abzugsbügel mit Unterbügel und gestiftetem Vorderteil, Kolbenkappe, gewölbtem Schlossgegenblech, Abzugsblech und Abzug. Runder, am Pulversack kantiger Lauf ohne Visiereinrichtung. Steinschloss M an 9 mit Herzhahn und gegossener Messingpfanne. Ladestock mit nagelförmigem Kopf. Herstellersignatur « Maubeuge Manufre Royle » auf dem Schlossblech außen, Fertigungsjahr „1817“ am Pulversack oben links, darüber und an allen Beschlagteilen „D“ unter Kreuz als Stempel des Kontrolleurs Nicolas DARCANTEL. Stempel „C“ unter Krone auf dem Schlossblech als Endabnahmestempel des Kontrolleurs Jean Nicolas CAZAMAJOU. „MR“ für „Manufacture Royale“ am Lauf rechts. Darüber Stempel „S “des Artillerieoffiziers und Inspektors Jean Baptiste Nicolas Schouller sowie Modellbezeichnung „M an 9“ auf dem Schwanzschraubenblatt..

 

Gesamtlänge 250mm, Lauflänge 129mm, Kaliber des glatten Laufs 15,2mm

Bei dieser Waffe handelt es sich um die konsequente Weiterentwicklung der Maréchaussée-Pistole M 1770, deren Form im Großen und Ganzen beibehalten worden ist. Der Hauptunterschied liegt im Schloss und in den etwas stabiler ausgeführten Beschlagteilen.

Im Gegensatz zum alten Schlosstyp M 1770, welcher flach mit abgeschrägten Kanten gearbeitet war, ist das neue Schloss M an 9 am Schlossblech links vom Hahn und der Hahn an sich gewölbt gearbeitet und hat die bereits erwähnte, gegossene Messingpfanne. Darüber hinaus verlor der Fuß der Batterie seinen nach oben gerichteten Schnörkel. Auch der vormals runde, nur seitlich flach geschliffene Lauf der Pistole M 1770 wurde durch einen Lauf ersetzt, der am Pulversack kantig gearbeitet war. Wesentlich zu wissen ist, daß dieser Waffentyp ausschließlich in der Manufaktur Maubeuge gefertigt wurde. Von 1802 bis 1819 produzierte man dort  insgesamt 32 000 Paare, wobei alleine im letzten Jahr der Fertigung 1 970 Paare entstanden sind.

In diesem  Zusammenhang ist anzumerken, daß als Folge der chaotischen Verhältnisse in den Anfangszeiten der Revolution manches Stück gefertigt wurde, das nur sehr schwer als Gendarmeriepistole definiert werden kann, da oft jegliche Signatur oder andere Hinweise auf den Hersteller fehlen. Manchmal sind diese Pistolen, wenn überhaupt, mit dem Revolutionssymbol, der Jakobinermütze gezeichnet. Als weitere Erschwernis kommt hinzu, daß oft auch völlig systemfremde Teile von verschiedensten Waffen zu einem Stück zusammengebaut wurden. Selbst die Dimensionen wurden wahllos festgelegt und die Übergänge zwischen Gendarmerie- Infanterieoffizier- und Kavalleriepistolen wurden zunehmend fließend, so daß eine Identifizierung dieser Waffen hinsichtlich ihrer Verwendung und Herstellungszeit in den meisten Fällen unmöglich ist.

Bei den gemäß den Ordonnanzbestimmungen ausgeführten Modellen hingegen ist eine zeitmäßige Zuordnung leicht möglich: Zum einen ist bei vielen, wenn auch nicht bei allen Pistolen das Baujahr auf dem Lauf eingeschlagen und die Modellbezeichnung M an 9 steht auf dem Schwanzschraubenblatt. Vor allem aber kann die Signatur auf dem Schlossblech zur zeitmäßigen Einordnung der betreffenden Pistole herangezogen werden. So gravierte man – nach Rückkehr zu einer normalisierten, ordonnanzmäßigen Fertigung -  von 1802 bis 1805 entsprechend der Regierungsform „Maubeuge, Manufacture Nationale“, von 1805 bis 1815 „Maubeuge, Manufacture Impériale“ und ab 1815 bis 1819 „Maubeuge, Manufacture Royale“.

Die geringen Abmessungen und dadurch ihre Handlichkeit machten die Gendarmeriepistole M an 9 sehr beliebt. Selbst Offiziere der Infanterie beschafften sich diese Pistolen und trugen sie in den Rockschößen  als Taschenwaffen für den Notfall.

 

 

Preis? Bitte fragen Sie an bei lander-forbach@t-online.de

 

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