Preußen, Exerziergewehr des Garde-Jäger-Bataillons Berlin, einzig bekanntes Exemplar

Nummer:DS01

Preußen, Exerziergewehr des Garde-Jäger-Bataillons Berlin, einzig bekanntes Exemplar

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Superrarität der preußischer Jägertruppe

Nussbaumvollschaft mit Messingbeschlägen, diese bestehend aus drei Laufringen, Abzugsbügel, Kolbenkappe und Schlossgegenblech. Der doppelbündige Laufring mit Eoisenkorn und Tagebuchnummer "807" wurde spät ergänzt und stammt von einem Gewehr 1839/55UM. Französisches Steinschloss M an 9 mit gewölbtem Schlossblech, entsprechendem Herzhahn und gegossener Messingpfanne, jedoch ohne Schlosssignatur. Runder, am Pulversack seitlich abgeflachter Lauf. Das Schwanzschraubenblatt zeigt die bei französischen Offizierswaffen typysche beidseitige Einengung. Baujahr "1818" am Pulversack rechts, Truppenstempel "4.C.110" auf dem Schwanzschraubenblatt. Gleicher Truppenstempel "G.J.B.4.C.110" (Garde-Jäger-Bataillon, 4. Companie, Waffe 110) auf der Nase des Kolbenblechs. Vordere Riemenöse am mittleren Laufring, hintere Riemenöse an der Vorderseite des Abzugsbügels.

Gesamtlänge 1110mm, Lauflänge 730mm, Kaliber des glatten Laufs 17,7mm

Ursprünglich ein französisches Offiziersgewehr, wurde die Langwaffe ab ca. 1818 zu einem Exerziergewehr des Garde-Jäger-Bataillons in Berlin. Dazu wurde das Gewehr auf Büchsenlänge gekürzt und diente den Jägern danach als Übungswaffe, wozu die weit teureren, gezogenen Büchsen zu schade waren. Der Ursprung des Garde-Jäger-Bataillons lag im schweizerischen Neuchâtel:

Das seit 1707 in Personalunion mit Preußen stehende Fürstentum Neuchâtel war 1806 an den französischen Marschall Louis Alexandre Berthier abgetreten worden, der es bis 1814 regierte. 1807 stellte es Napoleon für dessen  Grande Armée ein auf Grund seiner gelben Uniformen als „Canaris“ bezeichnetes Jägerbataillon. 1814 nahm der preußische König das Fürstentum wieder für sich in Besitz, dieses wurde aber zugleich Schweizer Kanton. Um sich das königliche Wohlwollen auch nach dem französischen Intermezzo zu sichern, bat der Neuchâteller Staatsrat (Conseil d’Etat) im Mai 1814 König Friedrich Wilhelm III. ein „Spezial-Bataillon zum speziellen Dienst für Ihre Majestät“ aufstellen zu dürfen, ein aus Freiwilligen rekrutiertes „Bataillon de Chasseurs“, das in die preußische Garde eingegliedert werden sollte. Aus den Resten von Berthiers nunmehr aufgelöstem Bataillon und angeworbenen Mannschaften wurde daraufhin am 19. Mai 1814 in Paris das preußische Garde-Schützen-Bataillon als „Bataillon des Tiralleurs  de la Garde“ errichtet. Es war vorgesehen, die Mannschaften zu 2/3 aus Neuenburger Freiwilligen und zu 1/3 aus Freiwilligen anderer Schweizer Kantone, die mindestens 1,68 Meter groß waren, zu bilden. Diese Zusammensetzung konnte in der Folgezeit nie erreicht werden. Die Umgangs- und Kommandosprache war zunächst Französisch, erst ab 1816 durften mündliche und schriftliche Befehle nur noch auf Deutsch erteilt werden. Das zunächst aus Neuchâteller und deutschen Freiwilligen bestehende Bataillon hatte in Berlin, wo es seinen Standort erhielt, anfangs einen schlechten Ruf. Der preußische König soll nach dem Fund einer nur mit einem Hemd bekleideten Leiche erklärt haben, ein Gardeschütze könne nicht der Täter gewesen sein, denn dieser hätte auch noch das Hemd genommen. Das Bataillon wurde dennoch populär, weil in ihm die ersten Einjährig Freiwilligen aus bürgerlichen Kreisen ihren verkürzten Wehrdienst ableisten konnten. Ab 1841 durften auch Dreijährig Freiwillige ihren Dienst im Bataillon ableisten. Nachdem 1845 die Schützen der Armeekorps zu Jägern wurden, war das Garde-Bataillon fortan der einzige Schützenverband im preußischen Heer. Bis zur demokratischen Revolution in Neuchâtel besaß der dortige Staatsrat ein Vorschlagsrecht für die Offiziersstellen des Bataillons. Lediglich der Kommandeur wurde vom preußischen König ausgewählt.

 

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