Marinepistole der Vereinigten Ostindischen Kompanie

Marinepistole der Vereinigten Ostindischen Kompanie
Nummer: ER17

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Dies ist heute sicherlich mit die seltenste holländische Militärpistole des 18. Jahrhunderts


Sehr guter Nussbaumvollschaft mit Ladestocknut.  Messingbeschläge, diese bestehend aus federarretiertem, doppelbündigem Laufring, vorn im Schaft verstiftetem, hinten verschraubtem Abzugsbügel, Kolbenkappe, Schlossgegenblech für zwei Schrauben und typische Unterlage für einen ehemals vorhandenen Gürtelhaken mit Holzgewindeschraube. Die Auflage des Hakens passte dabei genau in die Vertiefung der Unterlage und konnte sich so - von der Schraube gehalten - nicht verdrehen. Steinschloss mit gewölbtem Herzhahn, entsprechendem Schlossblech und runder Messingpfanne mit Verbindungssteg zur Batterieschraube. An der Schlossblech-Innenseite Meistermarke „P“. Lauf am Pulversack kantig, zur Mündung hin rund. Verwischte Marke „VOC“ unter Krone am Pulversack links oben.  Keine Kimme, Messingkorn auf dem hinteren Bund des Laufrings. 

Gesamtlänge 404mm, Lauflänge 235mm, Kaliber des glatten Laufs 17,98mm, Schlosslänge 130mm. Länge des Laufrings 51mm, Gewicht 1.288g

Die äußere Gestaltung dieser sehr auffälligen und höchst seltenen Pistole, die entsprechend des Stempels an der Schlossinnenseite möglicherweise von Pistor in Schmalkalden gefertigt wurde, erinnert mit der charakteristischen Kolbenform in starkem Maße an die französische Kavalleriepistole M 1763/66, deren Maße nahezu identisch sind.

Interessant an der vorliegenden Pistole ist ihre Fertigung für die Vereinigte Ostindische Companie, abgekürzt VOC. Die VOC hatte vom niederländischen Staat Handelsmonopole sowie Hoheitsrechte in Landerwerb, Kriegsführung und Festungsbau erhalten und war eine der größten Handelsunternehmungen des 17. und 18. Jahrhunderts. Die wirtschaftliche Stärke der VOC beruhte vor allem auf der Kontrolle der Gewürzroute von Hinterindien nach Europa. Nach dem Vierten Englisch-Niederländischen Krieg von 1780 bis 1784 kam die Kompanie jedoch in finanzielle Schwierigkeiten und wurde in Folge 1798 liquidiert.

Während zweier Jahrhunderte des Handels hatte die VOC zirka 4700 Schiffe unter Segel,  Die Tatsache, dass die Ostindische Kompanie auch eigene Kriegsschiffe unterhielt lag vor allem daran, dass die Generalstaaten den Überseehandel der Kompagnie nicht mit einer nationalen Flotte schützen konnten. Militärisch war die Kompagnie letztendlich auf sich allein gestellt.

 
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