Österreich, Kavalleriepistole 1744

Österreich, Kavalleriepistole 1744
Nummer: 0594

Österreich, Kavalleriepistole 1744

2.750,00 €

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Österreich, Kavalleriepistole 1744Österreich, Kavalleriepistole 1744Österreich, Kavalleriepistole 1744
Frühe österreichische Kavalleriepistole, die letzte mit an der Waffe versorgtem Ladestock
  • Nussbaum-Vollschaft mit ovalen Verschneidungen um Schwanzschraubenblatt, Schloss und Schlossgegenblech. Messingbeschläge, diese bestehend aus einem halben Mündungsband, 15mm hinter der Mündung, einteiligem Abzugsbügel, Kolbenkappe mit langen Sporen, flachem, für diese Pistole typischem Schlossgegenblech sowie zwei runde Ladestockröhrchen mit Kannelierungen an den Enden. Runder, am Pulversack kantiger Lauf mit kleinem Messingkorn an der Oberseite, 12 mm hinter der Mündung Steinschloss M 1744 mit flachem Schlossblech, ebensolchem Schwanenhalshahn und facettierter Eisenpfanne, diese ohne Verbindungssteg zur Batterieschraube. Auf dem Schlossblech nicht deutbare Herstellersignatur. Schmiedestempel „HA“ an der linken Laufseite und Kontrollstempel „MS“ oder „SW“ an der Laufoberseite. Gute Funktion der Schlossmechanik. Ergänzter, hölzerner Ladestock mit eiserner Stoßplatte am Kopf. Der Abzug nach hinten eingerollt.
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    Gesamtlänge 500 mm, Lauflänge 320 mm, Kaliber des glatten Laufs 17,48 mm, Gewicht 1308 g

    Die k.k. Artilleriedirektion veranlasste im Jahr 1744 die Normierung eines Husarenkarabiners und einer Pistole für die leichte Kavallerie. Während die Beschläge für die Handfeuerwaffen der Dragoner und Kürassiere aus Eisen gefertigt waren, fiel die Wahl des Beschlagmaterials für die Feuerwaffen der leichten Kavallerie jedoch auf Messing. Von der Pistole des Modells 1744 wurden insgesamt 14.846 Paare gefertigt. Ab 1770 ist die Pistole dann nach und nach ausgetauscht worden gegen das eisenbeschlagene Nachfolgemuster 1770.

    Die hier vorliegende Pistole entspricht nicht den in der Literatur angegebenen Maßen, sie ist deutlich länger und schwerer, auch weicht die formale Ausführung von Schlossgegenblech und Abzugsbügel minimal von den Literaturvorgaben ab. Es ist folglich davon auszugehen, dass die Fertigung dieser Waffe auf einen privaten Auftraggeber zurückgeht.

    Nach Angabe des Vorbesitzers stammt die Pistole aus der Sammlung des Salzburger Wehrgeschichtlichen Museums

     

    Vergleiche hierzu Gabriel, Die Faust- und Handfeuerwaffen der habsburgischen Heere, Wien 1990, S.44f. und

    Schuy, einschüssige Faustfeuerwaffen der österreichischen Streitkräfte, Braunau 2000, S.31ff