Österreich, Wallgewehr für Festungen und die Donauflotille um 1720

Österreich, Wallgewehr für Festungen und die Donauflotille um 1720
Nummer: GR01

Österreich, Wallgewehr für Festungen und die Donauflotille um 1720

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Wallgewehr, gefertigt in Österreich unter Verwendung eines preußischen Schlosses für Festungsen und die Donauflotille

Nussbaumhalbschaft mit Eisenbeschlägen, bestehend aus Abzugsbügel, Kolbenkappe und Schlossgegenblech für zwei Schrauben. Im hinteren Drittel achtkantiger, dann 16-kanitger und schließlich bis zur Mündung runder Lauf mit Abnahmestempel "L" unter Krone und der Fertigungsnummer "31" an der Laufoberseite. Lauf/Schaftverbindung durch Kreuzschraube und einen Querbolzen im Vorderschaft. Preußisches Steinsachloss mit "POTZDAMMAGAZ" auf dem Schlossblech und "S et D" an dessen unterer Schrägkante. . 600 mm hinter der Mündung befindet sich ein an der Laufunterseite fest verschweißter Metallfuß mit starker Längsnut. zum Einstecken in eine entsprechende Lafettierung. Viesiereinrichtung bestehend aus Standkimme mit zwei Klappen und einem (ergänzten) Rundkorn an der Mündung.. .
Gesamtlänge 1.640 mm, Lauflänge 1.220 mm, Schlosslänge 180 mm. Der Lauf steht auf 683 mm frei, die Laufwand hat an der Mündung eine Stärke von 9,65 mm und ein Kaliber von 22,50 mm.

Die Vermutung, es könnte sich um ein von preußischen Truppen im österreichischen Erbfolgekrieg erbeutetes Wallgewehr handeln, dem man ein preußisches Schloss eingesetzt hat, kann nicht aufrechterhalten werden. Mehrere solcher Gewehre mit preußischen Schlössern sind in Österreich bekannt. Sie werden bei Dolleczek kurz erwähnt und wurden schon zu Ende des 17. Jahrhunderts gefertigt und zum Durchschlagen von Sappenkörben und -schilden sowie gegen entferntere Aufklärungstruppen eingesetzt. Verwendung fanden diese Wallgewehre aber auch an der Bugreling der Schiffe der Donauflotille, wo sie mittels des Laufständers drehbar angebracht waren. Das hier gezeigte Stück trägt auf dem Lauf den Abnahmestempel aus der Regierungszeit von Kaiser Leropold I., die 1705 endete. Verwendung fand dieser Stempel aber noch bis in die 1720er-Jahre.