Frankreich, Marinepistole M an13 T bis

Frankreich, Marinepistole M an13 T bis
Nummer: 0625

Frankreich, Marinepistole M an13 T bis

2.250,00 €

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Dies ist sicherlich eine der seltensten französischen Ordonnanzpistolen der Perkussionszeit
Gefertigt in der Manufaktur von St.Etienne, entsprechende Signatur „Manufre. Nle. de St.Etienne“ (Manufacture Nationale de St.Etienne) auf dem Schloßblech. Darüber Kontrollmarke „G“ unter Krone im Rhombus. Modellbezeichnung „Mle an 13 T bis“ auf dem Schwanzschraubenblatt. Baujahr „1808“ auf dem Pulversack oben rechts. Daneben Endkontrollstempel „M“. Kontrollstempel „P unter Stern“ am Schlossgegenblech (2. Kontrolleur Jean Baptiste Pozon, 1807-1811 in St. Etienne nachweisbar).Marine-Nummerierung „663“ am Lauf rechts, am Hahnsporn, am Laufring und am Kolben rechts – die Waffe ist komplett nummerngleich!! Eiserner Gürtelhaken mit Fixpunkt an der zweiten Schlossschraube. Nussbaum-Halbschaft mit Messingbeschlägen, diese bestehend aus Laufring mit Verbindung zur vorderen Schlossschraube, Abzugsbügel, Kolbenkappe und Schlossgegenblech. Unterer und oberer Kolbenbügel aus Eisen. Neu gefertigtes, also nicht aptiertes Perkussionssschloss M 1822 T mit entsprechendem Perkussionshahn. Pistolentypischer, eiserner Ladestock mit tulpenförmigem Kopf. Sehr gute Schlossfunktion. Insgesamt nur minimale Gebrauchsspuren.
Gesamtlänge 358 mm, Lauflänge 200 mm, Länge des Gürtelhakens 165 mm, Kaliber des gezogenen Laufs 17,97 mm, 4 Züge, Gewicht 1.240 g

Bei der Pistole handelt es sich um eine ehemalige Kavalleriepistole M an 13, welche erst anlässlich der Perkussionierung mit dem marinetypischen Gürtelhaken ausgerüstet wurde. Bei den in den ersten Jahren ausgegebenen Pistolen M an 13 für die Marine entsprach dessen Befestigung noch derjenigen der alten Marinepistolen M 1786. Bei dieser besaß der an der hinteren Schlossschraube befestigte Gürtelhaken einen rechtwinklig angebrachten Dorn, welcher in ein Loch des Schlossgegenblechs direkt neben dem Durchgang für die zweite Schlossschraube eingriff. Damit konnte ein Wegdrehen des Gürtelhakens mehr oder weniger zuverlässig verhindert werden. Allerdings erfuhr diese Bohrung, begünstigt durch den langen Hebel des Hakens im Zusammenspiel von weichem Messing und deutlich härterem Eisen im Laufe der Zeit eine ziemlich schädliche Erweiterung. Diese Vergrößerung des Lochdurchmessers ließ eine stramme Fixierung des Gürtelhakens nicht mehr zu und erforderte zwangsläufig eine verbesserte Konstruktion. Eine solche findet sich an der hier gezeigten Waffe, welche in dieser Form zum ersten Mal, so wird berichtet, vermutlich im Jahr 1809 Verwendung fand. Nun besaß das Schlossgegenblech ausgehend von seinem kolbenseitigen Ende eine flache, bündig im Schaft eingelassene Verlängerung mit einer Bohrung, in welche ein Stift eingreifen konnte, der an einer entsprechend geformten Verlängerung des Gürtelhakens angebracht war. Damit war das bisherige Problem schlotternder Gürtelhakens konstruktiv sehr gut gelöst.

Wie leicht an normalen Kavalleriepistolen M 1822 T bis nachgeprüft werden kann, haben Marinepistolen alle an der linken Laufseite, oft an der linken Schaftseite und am Schaft des Ladestocks eine Nummer eingeschlagen bekommen, die bis zu vier Stellen hatte. Diese, so ist zu vermuten, war identisch mit der Tagebuchnummer, unter der ihre Aptierung in der die Arbeit durchführenden Manufaktur nachgewiesen werden musste. Diese im entsprechenden Tagebuch eingetragene Nummer war damit quasi die Grundlage für die spätere Rechnungsstellung an den Staat.

Charakteristisch für die Marinepistolen dieses Typs ist nun, dass die Waffen- oder Tagebuchnummern zusätzlich auch auf dem Rücken des Hahnsporns, am Kolben rechts, am Lauf rechts und am Laufring unten eingeschlagen worden sind. Die Gründe für diese recht umfangreiche Stempelung sind jedoch leider unbekannt.