Preußen, Zündnadel-Infanteriegewehr M/62 Fertigung Spandau, nicht nach Beck aptiert

Preußen, Zündnadel-Infanteriegewehr M/62 Fertigung Spandau, nicht nach Beck aptiert
Nummer: 0564

Preußen, Zündnadel-Infanteriegewehr M/62 Fertigung Spandau, nicht nach Beck aptiert

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Dieses Gewehr dprfte wohl während des Krieges 1870/71 in französische Hände gefallen sein, so dass es nicht aptiert werden konnte.

Zylinderverschluss System Dreyse, Patronenlager und Laufinneres entsprechen dem Gewehr M/41. Nussbaumschaft mit Messingbeschlägen, diese bestehend aus drei rechtsseitig federarretierten Laufringen und Abzugsbügel mit Handauflage. Kolben- und Abzugsblech aus Eisen. Korn 30mm vor der Mündung ist zugleich Bajonetthaft. Standvisier (350 Schritt) mit kleiner Klappe (550 Schritt) und großer Klappe mit Segmentdurchbruch (600 Schritt) und oberer Kimme (800 Schritt). Originaler, stählerner Putz- und Entladestock mit gezacktem Ende und Kugelkopf. Kolben mit kurzem Anschlag. Herstellersignatur  „SPANDAU“ unter Adler am Verschlussgehäuse links. Baujahr „1867.“ und Ausgabejahr „1868“ am Verschlussgehäuse rechts. Superrevisionsstempel „W“ unter Krone am Patronenlager links und am Kolben rechts. Seriennummer „3424“ an Patronenlager, Verschlusshülse und Schlösschen, jeweils links. Waffe durchgängig nummerngleich. Truppenstempel „22.R.7.176“ auf der Nase des Kolbenblechs. 

Gesamtlänge 1360mm, Lauflänge bis Hülse 800mm, Kaliber des gezogenen Laufs 15,43mm, 4 Züge.

Nach nahezu 14 Jahren Truppenalltag waren die seit 1848 verausgabten Gewehre M/41 durch friedenszeitliche Gefechtsausbildung und reges Putzen erheblich verschlissen, so daß es an der Zeit war, über die Einführung eines neuen und in wenigen Dingen auch verbesserten Gewehrmodells nachzudenken. Nach entsprechenden Versuchen wurde das Zündnadel-Infanteriegewehr M/62 mit Kabinettsordre vom 28. Juli 1862 eingeführt. Gleichzeitig  lief die Produktion des Vorgängermodells M/41 langsam aus.

Das neue Gewehr unterschied sich vom bisher verwendeten Gewehr M/41 in zahlreichen Punkten, von denen die wichtigsten waren:

  • Kürzung der Gesamtlänge um ca. 70-80mm
  • der Lauf war von nun an bräuniert
  • der Kolben hatte keine Backe mehr
  • den Kolben gab es in zwei unterschiedlichen Längen, wobei der Unterschied von „KA“ (Kurzem Anschlag) zu „LA“ (Langem Anschlag) ca. 20mm ausmachte.
  • Verlegung des Korns bis ca. 30mm vor die Mündung, es diente gleichzeitig als Bajonettwarze
  • Entladestock mit kugeligem Kopf
  • der erste Laufring hatte nur noch einen Bund
  • die Visiereinrichtung ist in einem Schwalbenschwanz seitlich verschiebbar auf dem Lauf angebracht. Sie besteht aus Standvisier mit großer und kleiner Klappe, wobei die obere Kimme der großen Klappe für Entfernungen bis 800 Schritt vorgesehen war
Um eine gleichzeitige und vor allem einheitliche Bewaffnung der Truppe zu gewährleisten, wurden die in den Gewehrfabriken fertiggestellten Gewehre M/62 zunächst an die Depots geliefert. Erst 1867 sind dann die neuen Gewehre zunächst an die Füsilierbataillone der 32 Infanterieregimenter ausgegeben worden, während die anderen Bataillone der Regimenter die neuen Waffen  erst ein Jahr später  erhielten. Zum Zeitpunkt der Mobilmachung gegen Frankreich im Jahre 1870 waren bei der Truppe 137.339 Gewehre M/62 vorhanden, während weitere 254.474 als Reserve in den preußischen Depots auf ihren Einsatz warteten.

Die Veränderungen des Gewehrs M/62 gegenüber dem alten Infanteriegewehr M/41 bestanden u.a. in produktionstechnischen Verbesserungen, einer reduzierten Gesamtlänge (bei fast gleichbleibendem Gewicht), einem anderen Putz- und Entladestock und einer verbesserten Bajonettfixierung.

Das hier vorgestellte Gewehr gehörte entsprechend seinem Truppenstempel auf der Nase des Kolbenblechs als Gewehr Nr.176 zur 7. Kompanie des Infanterie-Regiments Keith (1. Oberschlesisches) Nr.22. Dieses Regiment war 1813 errichtet worden, gehörte zum VI. Armeekorps  und  war in Gleiwitz, Kattowitz und Neiße stationiert.

 

Preis? Bitte fragen Sie nach unter lander-forbach@t-online.de