Hessen-Kassel, Husarenpistole 1827

Hessen-Kassel, Husarenpistole 1827
Nummer: 0574 VERKAUFT

Hessen-Kassel, Husarenpistole 1827

Hessen-Kassel, Husarenpistole 1827Hessen-Kassel, Husarenpistole 1827Hessen-Kassel, Husarenpistole 1827
Dies ist  die zweite bis heute bekannt gewordene Pistole dieses Typs in der Original-Steinschlossversion

Nussbaumvollschaft mit. Messingbeschlägen, diese bestehend aus zweifach von innen verschraubter, typisch kurhessischer Vorderschaftkappe, Abzugsbügel mit Einhakmontage, Kolbenkappe mit voll drehbarer Riemenöse und s-förmigem, gewölbtem Schlossgegenblech. Kontrollstempel „G unter Krone“ auf dem Abzugsbügel, dem Schlossgegenblech sowie auf  dem oberen Kolbenbügel.  Steinschloss in französischer Form mit gegossener Messingpfanne mit Feuerschirm an der Hahnseite, gewölbtem Herzhahn und oben abgewinkelter Schlagfläche der Batterie. . Untere und obere Kolbenschiene aus Eisen. Halbmondförmiges Messingkorn auf dem Lauf, keine Kimme. Lauf/Schaft-Verbindung durch Kreuzschraube und einen Laufstift durch den Vorderschaft. Herstellersignatur „Manufacture Impériale de St. Etienne“ auf dem Schlossblech. Französischer Abnahmestempel „B 1813“ und vermutlich hessische Abnahme „ES 1814“ am Lauf oben links. Ein an der Schaftunterseite vor dem Abzugsbügel ehemals vorhandener Truppenstempel ist leider nicht mehr lesbar.

 Gesamtlänge 354mm, Lauflänge 2001mm, Kaliber des glatten Laufs 17,5mm, Gewicht 1192g.

 

Nach den napoleonischen Kriegen verwendete die kurhessische Reiterei die in großer Zahl vorhandene Steinschlosspistole M an 13 aus französischer oder Pistor’scher Fertigung.  1827 ordnete der hessische Kurfürst Wilhelm II. an,  dass die beim Ursprungsmodell M an 13 vorhandene Ladestocknut verschlossen und ein Vorderschaft mit Abschlusskappe angebracht werden sollte. Diese Abschlusskappe entsprach im Übrigen exakt derjenigen, die bei den von den kurhessischen Husaren geführten Karabinern vorhanden waren. Pistolen, deren Schäfte jedoch verschlissen oder beschädigt waren, wurden völlig neu geschäftet.  Für beide ladestocklosen Waffen zusammen besaß jeder Reiter einen separaten Ladestock am Bandelier. Die Mannschaften des Husarenregiments führten neben einem Säbel einen Karabiner und eine Pistole, dagegen waren die Unteroffiziere mit Blankwaffe und zwei Pistolen ausgerüstet.

Die hier angebotene Pistole ist bis heute die zweite ihrer Art, die sich in der originalen Steinschlossversion erhalten hat. Allerdings ist festzustellen, dass sie im Gegensatz zum in DWJ 12/2009 vorgestellten Stück offensichtlich eine etwas andere Pfanne, dieses Mal mit hahnseitigem Feuerschirm sowie eine andere Batterie mit im oberen Drittel abgewinkelter Schlagfläche erhalten hat. Was der Hintergrund für diese Änderung war, ist unbekannt.

 

Preis? Bitte fragen Sie nach unter lander-forbach@t-online.de