Preußen, Exerziergewehr M 1809/12UM, Fertigung Potsdam G.S.

Preußen, Exerziergewehr M 1809/12UM, Fertigung Potsdam G.S.
Nummer: JRC72 VERKAUFT

Preußen, Exerziergewehr M 1809/12UM, Fertigung Potsdam G.S.

Preußen, Exerziergewehr M 1809/12UM, Fertigung Potsdam G.S.Preußen, Exerziergewehr M 1809/12UM, Fertigung Potsdam G.S.Preußen, Exerziergewehr M 1809/12UM, Fertigung Potsdam G.S.
Dies ist heute eines der seltensten Perkussionsgewehre der preußischen Infanterie
Nussbaum-Vollschaft mit Wangenhöhlung am Kolben links. Messingbeschläge, diese bestehend aus drei rechtsseitig federarretierten Laufringen, Abzugsbügel, Kolbenplatte und s-förmigem, flachem Schlossgegenblech. Das Abzugsblech aus Eisen. Runder, am Pulversack kantiger Lauf mit seitlichem, speziellem Pistonsockel, dieser mit Reinigungsschraube. Hinter dem Pistonsockel ein außen am Schlossblech verschraubter Feuerschirm, dessen äußere Kante mit Bruchfläche. Die Laufoberfläche feinnarbig. Standvisier auf dem Schwanzschraubenblatt, kle4inesw Messingkorn am hinteren Bund des ersten Laufrings. Aptiertes Perkussionsschloss mit in den ehemaligen Steinschlosshahn eingespanntem und verschraubtem Schlagstück. Sehr gute Funktion der Schlossmechanik. Superrevisionsstempel „FW“ unter Krone am Lauf oben links, darunter „D“. Seriennummer „1402“ auf dem Lauf zwischen den Bünden des ersten Laufrings und am Ladestock. Messingkorn auf dem hinteren Bund des vorderen Laufrings. Eiserne, originaler und zugehöriger Ladestock. Federlöffelpflanzung an der Laufunterseite. Vordere Riemenöse am mittleren Laufring, hintere Riemenöse am Abzugsbügel vorne. Truppenstempel „1.G.R.3.C.71.“ und darüber „1818“ als Fertigungsjahr in der Steinschlossversion an der Nase des Kolbenblechs.

Gesamtlänge 1434mm, Lauflänge 1043mm, Kaliber des glatten Laufs 18,2mm,

Dies ist eines der bei „Wirtgen, Die preußischen Handfeuerwaffen, Modelle, Manufakturen, Gewehrfabriken 1814-1856, Steinschloss- und Perkussionswaffen“ beschriebenen und abgebildeten Exerziergewehre der preußischen Infanterie.

Diejenigen Gewehre, die nach fast 25-jährigem Dienstgebrauch wegen ihres schlechten Zustandes nicht mehr für den Feldgebrauch in Frage kamen, wurden in den Gewehrfabriken gesammelt und den Artilleriedepots übergeben, die nach der Weisung des Kriegsministeriums vom 21. August 1844 den Auftrag erhielten, davon die besten Stücke auszuwählen, Die in den Artilleriedepots auf die Perkussionszündung umgebauten Gewehre waren also Waffen der 2. Wahl und nur noch für den Exerzierdienst bestimmt. Allerdings sollten die Waffen so funktionsfähig sein, dass damit geschossen werden konnte.

Beim Umbau wurde die Pfanne zur Lagerung des Zündstollens ausgehöhlt und zwischen den Hahnlippen ein Schlagstück eingesetzt, das von der Spindelschraube und einer neuen Schraube, die von der oberen Hahnlippe aus in das Schlagstück führte, gehalten wurde.

Unter Erweiterung des bisherigen Zündlochs wurde in den Lauf ein Stollen mit Piston eingesetzt, an der Seite eine Reinigungsschraube angebracht und hinter dem Stollen später ein kleiner Feuerschirm eingefügt, den aber nicht alle Gewehre besitzen. Erst seit Ende 1844 wurde auf dem Schwanzschraubenblatt ein Standvisier eingesetzt, die bereits ausgelieferten Gewehre wurden entsprechend nachgerüstet.

Auch Mitte des Jahres 1849 waren diese Exerziergewehre noch in der Truppe, was sich aus einer Anordnung des Kriegsministeriums vom 15. Juni 1849 ergibt, wonach aus dem Gesamtbestand der Exerziergewehre die Stücke auszuwählen waren, welche sich noch zum Scharfschießen, also zum Defensionsgebrauch eigneten. Um Verwechslungen vorzubeugen, wurden die noch tauglichen Gewehre an der rechten Kolbenseite nahe der Kolbenkappe mit einem „D“ über einer Krone (= Defension) gekennzeichnet.

Da die vorliegende Waffe, diesen Stempel nicht besitzt, ist davon auszugehen, dass sie tatsächlich nur noch zum reinen Exerzierdienst in der 3. Kompanie des 1. Garde-Regiments verwendet worden ist.