Preußen, Kavalleriepistole 1713-1723, Fertigung Johann Jakob Behr

Preußen, Kavalleriepistole 1713-1723, Fertigung Johann Jakob Behr
Nummer: 0619

Preußen, Kavalleriepistole 1713-1723, Fertigung Johann Jakob Behr

2.950,00 €

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Preußen, Kavalleriepistole 1713-1723, Fertigung Johann Jakob BehrPreußen, Kavalleriepistole 1713-1723, Fertigung Johann Jakob BehrPreußen, Kavalleriepistole 1713-1723, Fertigung Johann Jakob Behr
Seltene preußische Pistole aus der Regierungszeit von Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. 
Vollschaft mit ovalen Verschneidungen. Messingbeschläge, bestehend aus halbem Mündungsband, zwei facettierten Ladestockröhrchen, Abzugsbügel mit hinterer und vorderer Verlängerung, Kolbenkappe mit seitlichen Sporen, schlangenförmigem, bündig in den Schaft eingelassenem Schlossgegenblech mit zwei Schrauben und wappenförmigem, von einer Krone überhöhtem Daumenblech. Steinschloss mit flachem, an den Kanten abgeschrägtem Schlossblech mit entsprechendem Schwanenhalshahn; eiserne, facettierte Pfanne ohne Verbindung zum Batterielager.. Hölzerner, ergänzter Ladestock. Vom Pulversack bis zur Mitte kantiger, dann über doppelten Balluster in rund übergehender Lauf, Kimme in die Schwanzschraubenverlängerung eingefeilt, Messing-Ovalkorn auf dem Lauf. Flaches Steinschloss mit abgeschrägten Kanten und ebensolchem Hahn; eckige Eisenpfanne ohne Verbindung zur Batterie;. Herstellersignatur „J.J.BEHR“ auf dem Schloßblech außen., Herrscher-Monogramm „FWR“ auf dem Daumenblech. Der Hersteller war Johann Jakob Behr, damals arbeitend in Lüttich.

Gesamtlänge 454 mm, Lauflänge 276 mm, Schlosslänge 140 mm, Kaliber des glatten Laufs 18,3 mm, Gewicht 1.204 g

 

Mit der Gründung der königlichen Gewehrfabrik in Potsdam-Spandau wurde der preußische Staat bezüglich der Handfeuerwaffen für die Armee von Auslandslieferungen weitgehend unabhängig. Bis dahin hat das preußische Militär seinen Waffenbedarf vorwiegend durch Einkäufe in Lüttich, insbesondere beim Waffenfabrikanten HENOUL und, wie die vorliegende Pistole bis heute als eine der Wenigen erhaltenen belegt, sicherlich zum kleineren Teil bei Johann Jakob BEHR gedeckt, welcher in den Jahren ab ca. 1720 bis 1740 in Lüttich und Maastricht nachgewiesen werden kann.

Das bekrönte Daumenblech der Pistole zeigt die Herrscherchiffre „FWR“ für König Friedrich Wilhelm I. (1713-1740).

Die Pistole wurde im Laufe ihrer Verwendungszeit aus unbekannten Gründen deutlich verkürzt und die damals wahrscheinlich gebrochene Batteriefeder modellfremd ersetzt.