Deutscher Bund, Marinepistole 1849, Fertigung V. C. Schilling in Suhl

Deutscher Bund, Marinepistole 1849, Fertigung V. C. Schilling in Suhl
Nummer: 0548

Deutscher Bund, Marinepistole 1849, Fertigung V. C. Schilling in Suhl

3.750,00 €

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Dies ist sicherlich eine der rarsten Militärpistolen aus der Zeit des Deutschen Bundes 
Nussbaum-Halbschaft mit gegossenen Messingbeschlägen, diese bestehend aus einem Laufring mit Steg zur ersten Schlossschraube, Kolbenkappe, einteiligem Abzugsbügel mit vorderer und rückwärtiger Verlängerung und flachem, in das Schaftholz bündig eingelassenem Schlossgegenblech. Originaler Gürtelhaken an der linken Seite, die zugehörige, eiserne Schaftschiene an der zweiten Schlossschraube fixiert. Abzugsblech und im Schaft verstifteter Abzug aus Eisen. Perkussionsschloss mit bündig im Schaft verlegtem Schlossblech, das links vom Hahn in eine Unterlegscheibe für die Schraube ausläuft, welche die Gürtelspangenschiene festhält. Hersteller Valentin Christoph Schilling in Suhl, entsprechende Signatur auf dem Schlossblech „V.C.S..“ unter „SUHL“, darunter Stempel „Anker“ und darüber „unbekrönter Doppeladler“. Der Anker- Stempel wiederholt sich auf dem Pulversack oben. „Doppeladler“ und „Anker“-Stempel schwach auch am Schaft links neben dem Schwanzschraubenblatt. Runder, am Pulversack kantiger Lauf. Pistonsockel M/39 mit Reinigungsschraube. An der Laufunterseite Scharnier für einen eisernen Gelenkladestock. Alle Messingteile mit preußischer Kontrollstempelung „Kl unter Krone“. Der gleiche Stempel am Pulversack links oben. Langes Messingdachkorn auf dem Lauf, 30mm hinter der Mündung, keine Kimme.

Gesamtlänge 398mm, Lauflänge 236mm, Kaliber des glatten Laufs 15,7mm, Schlossblechlänge 140mm.

Die Pistole 1849 der Marine des Deutschen Bundes, deren Kennzeichen neben ihrer eigenständigen Form insbesondere der unbekrönte Doppeladler des Deutschen Bundes ist, gehört heute sicherlich zu den seltensten deutschen Handfeuerwaffen überhaupt. 1849 vom zuständigen Ministerium des Deutschen Bundes als Neukonstruktion bei den Firmen V. C. Schilling und Spangenberg & Co in Suhl in einer Auflage von 1000 Stück in Auftrag gegeben, wurde sie mit Auflösung der Bundesflotte im Oktober 1853 wieder eingezogen und in der Bundesfestung Mainz eingelagert. 1860 wurden sie en bloc veräußert (1031 Marinegewehre und 811 Pistolen), worüber der Bundesversammlung 1861 berichtet wurde. Die Differenz bei den Pistolen erklärt sich daraus, daß 189 Pistolen mit der „Eckernförde“ und der „Barbarossa“ durch Verkauf an Preußen fielen. Nur diese 189 auf den beiden Schiffen vorhandenen Pistolen hatten ihre Gürtelhaken behalten, bei den in der Bundesfestung Mainz eingelagerten Stücken wurden die Gürtelhaken entfernt. Der Aufkäufer der Marinepistolen und –gewehre war vermutlich die deutsch-amerikanische Büchsenmacherfamilie Würfflein, deren in Philadelphia ansässiger Zweig sich jedenfalls auf den Läufen der von ihnen übernommenen Marinegewehren verewigt hat, bevor diese als Milizwaffen im amerikanischen Bürgerkrieg verwendet wurden.