Baden, Kolbenpistole 1816/40/52UM

Baden, Kolbenpistole 1816/40/52UM
Nummer: 0628

Baden, Kolbenpistole 1816/40/52UM

2.350,00 €

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Baden, Kolbenpistole 1816/40/52UMBaden, Kolbenpistole 1816/40/52UMBaden, Kolbenpistole 1816/40/52UM
Nur 350 Pistolen dieses Typs wurden gefertigt, somit ist dies die wohl seltenste badische Militärpistole
Nussbaumvollschaft mit Messinggarnitur, diese bestehend aus an der Schaftunterseite in einem eisernen Widerlager verschraubtem Mündungsring, Abzugsbügel mit Einhakmontage, Kolbenkappe und L-förmigem, gewölbtem Schlossgegenblech. Aufnahme für einen Ansteckkolben am Kolbenrücken aus Messing. Unterer und oberer Kolbenbügel aus Eisen. Runder, am Pulversack kantiger Lauf mit seitlich im ehemaligen Zündloch verschraubtem und angelötetem Pistonsockel, dieser mit Reinigungsschraube. Staatliche Endabnahmemarke „Landeswappen unter Krone“ im Oval am Pulversack oben links. Aptiertes Perkussionsschloss. Abzug mit verschraubtem Abzugsstift sowie doppelt verschraubtem Unterlegplättchen. Herstellersignatur "ST.BLASIEN" auf der Schlossplatte außen. Kontrollstempel „S“ unter Krone im wappenförmigen Schild des 2.. Kontrolleurs Andreas Schmidt am Schlossblech, "M" unter Stern im wappenförmigen Schild auf den Messingbeschlägen (2. Kontrolleur Jean Marquinet). Eisernes, linsenförmiges Korn auf dem Lauf hinter dem Laufring, Standkimme auf dem Schwanzschraubenblatt.

Gesamtlänge 365mm, Lauflänge 210mm, Kaliber des glatten Laufs 17,4mm. Gewicht 1.308 g

Als Ende der 30er-Jahre sich abzeichnete, daß die Zeughausdirektion den Steinschlosswaffenbestand der Armee auf das neue Perkussionssystem umarbeiten lassen wollte, beeilte sich die Gewehrfabrik St. Blasien, entsprechende Vorschläge zu unterbreiten, weil für die Gewehrfabrik ein umfangreicher Staatsauftrag lebensrettend gewesen wäre. Offensichtlich fand der Perkussionierungsvorschlag aus St.Blasien den Gefallen der entscheidenden Herrn der Zeughausdirektion, die Umbauarbeiten jedoch wurden aus Sparsamkeitsgründen an die Zeughauswerkstätten in Karlsruhe vergeben – St.Blasien ging leer aus. Die perkussionierten Pistolen verblieben bis zu ihrer Ablösung durch die Kolbenpistole 1853/58 bei der Kavallerie und wurden danach an die Artillerie abgegeben. 350 Stück aber hat man 1852 zu Exerzierzwecken am Kolben mit einer Vorrichtung zum Anbringen eines Ansteckkolbens ausgestattet. Mit diesen Waffen sollte der Umgang mit projektierten Kolbenpistolen zu Pferd geübt werden. Die Erfahrungen flossen schließlich in die Planung und Konstruktion der Nachfolgepistole, die Kolbenpistole M 1853/58 ein.

 

Vergl. Lander, Die Handfeuerwaffen der badischen Armee von 1738 bis 1873, Zweibrücken 2014