Bayern, Infanteriegewehr M 1857/67 I System Podewils-Lindner

Bayern, Infanteriegewehr M 1857/67 I System Podewils-Lindner
Nummer: GR01 RESERVIERT

Bayern, Infanteriegewehr M 1857/67 I System Podewils-Lindner

Bayern, Infanteriegewehr M 1857/67 I System Podewils-LindnerBayern, Infanteriegewehr M 1857/67 I System Podewils-LindnerBayern, Infanteriegewehr M 1857/67 I System Podewils-Lindner
Bayerischer Hinterlader, welcher der preußischen Zündnadel-Konkurrenz hoffnungslos unterlegen war
Gefertigt in der Perkussionsversion in der bayerischen Gewehrfabrik Amberg im Jahre 18xx, entsprechende Signatur „AMBERG 18xx“ im Halbkreis unter Krone auf dem Schlossblech. Dort und auf allen Beschlagteilen der Kontrollstempel „I“ unter Krone. Seriennummer „438283“ quer zur Laufachse auf dem Patronenlager und am Kolben links.. Überarbeiteter Nussbaum-Vollschaft mit nur minimalen Altersspuren. Eisenbeschläge, diese bestehend aus drei rechtsseitig federarretierten Laufringen, einem Abzugsbügel mit Riemenöse vorne, Kolbenkappe und s-förmigem, flachem und bündig in das Schaftholz eingelassenem Schlossgegenblech für zwei Schrauben. Flaches, bündig in das Schaftholz eingelassenes Perkussionsschloß. Pistonsockel mit neuem Piston und Reinigungsschraube. Auf der gesamten Länge runder Lauf mit seitlicher Abflachung im Bereich des Patronenlagers. Am Patronenlager angebaut Hinterladesystem Lindner mit Drehzylinderverschluss; dieser mit unterbrochenem Gewinde und Staubschutzdeckel. Tadellose Schloss- und Verschlussfunktion. Klappenvisier für Reichweiten von 300 bis 600 Schritt. Alle Metallteile fleckenlos. Zugehöriger, originaler Putz- und Entladestock mit kupferummanteltem Setzkopf. Originaler (?) Trageriemen mit Messingschnalle.

Am 13. April 1858 hatte eine Kommission dem bayerischen König nach entsprechend erfolgreichen Versuchen mit Waffen im österreichischen Kaliber 13,9mm die Annahme folgender drei Waffentypen für die bayerische Infanterie empfohlen:

- das Infanterie-Füsiliergewehr M 1858 Nr.I mit einer Winkel-Visier-Klappe,

- das Schützengewehr M 1858 Nr.II, welches in allen Dimensionen und Details dem Gewehr Nr.I entsprach. Lediglich das Visier unterschied sich, sowie

- die Scharfschützenbüchse M 1858 Nr.III..

Der König genehmigte die Einführung dieser drei Waffentypen und während vom Gewehr M 1858 Nr.I jedes der 16 bayerischen Infanterieregimenter inklusive Reserve 2.480 Stück zugeteilt bekam, waren dies beim Schützengewehr M 1858/II nur 770 Stück. Dazu erhielten die sechs Jägerbataillone nach Abgabe ihrer Dornstutzen inklusive Reserve 348 Schützengewehre M 1858/II und 402 Büchsen M 1858/III. Die Fertigungsrelation zwischen M 1858/I und M 1858/II betrug also ca. 1:3. Diese Vorderlader wurden dann ab dem März 1867 auf das Rückladungssystem Podewils-Lindner umgebaut, wobei die Verschlüsse für alle drei Waffentypen von zivilen Firmen nach Amberg geliefert wurden.