Preußen, Kavalleriepistole 1731/89

Preußen, Kavalleriepistole 1731/89
Nummer: GP19

Preußen, Kavalleriepistole 1731/89

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Preußen, Kavalleriepistole 1731/89Preußen, Kavalleriepistole 1731/89Preußen, Kavalleriepistole 1731/89
Ab 1787 begann der Umbau der alten Pistolen 1731, mit dem sie dem Aussehen und der Handhabungstechnik des ab 1789 neu eingeführten Nachfolgemusters angepasst wurden.
Nussbaumvollschaft mit nachträglich verschlossener Ladestocknut und mit rhombischen Verschneidungen um Schloss, Schlange und Schwanzschraubenblatt. Messingbeschläge, bestehend aus halbem Vorderschaftband, einteiligem Abzugsbügel mit hinterer und vorderer Verlängerung, facettierter, seitlich sehr flacher Kolbenkappe mit langen seitlichen Sporen und ovalem Nagel sowie schlangenförmigem Schlossgegenblech mit abgeschrägten Kanten für drei Schrauben. Auf dem Kolbenrücken ovales Daumenblech aus Messing mit Herrscherchiffre „FR“ unter Krone. Steinschloss M 1731 mit flachem, an den Kanten abgeschrägtem Schlossblech, ebensolchem Schwanenhalshahn und Eisenpfanne ohne Verbindung zur Batterie. Keine Herstellersignatur auf dem Schlossblech außen. Die Batterieschlagfläche oben gerade abgeschnitten. Runder, am Pulversack kanellierter Lauf mit eingefeilter Kimme im Schwanzschraubenblatt. Messingkorn auf dem Lauf, 53mm hinter der Mündung. Stilisierte Adlermarke an der Laufunterseite. Lauf/Schaft-Verbindung durch Kreuzschraube und Stifte/Ösen.

Gesamtlänge 490 mm, Lauflänge 295 mm, Kaliber des glatten Laufs 17,1 mm, Gewicht 1.183 g

Der letzte oder späte Typ der Pistole M 1731 erhielt einen im Gegensatz zu den bis dahin produzierten Waffen nicht mehr runden Kolbenabschluss, sondern die Kolbenkappe war nun an den Seiten ziemlich abgeflacht und näherte sich damit bereits der Form des Nachfolgemodells M 1789.

Gleichzeitig mit der Änderung an Gewehren und Karabinern brachten die ersten Regierungsjahre Friedrich Wilhelms II. auch für die bisher verwendeten Pistolenmodelle M 1731 und M 1742 einige wichtige Neuerungen und Modifikationen. Dies betraf im Allgemeinen die Kürzung der Läufe, den Wegfall des Ladestocks (ein eiserner wurde jetzt vom Reiter am Bandelier getragen), einen einfacheren Schaft und schlichtere Beschläge sowie die Einführung des konischen Zündlochs.

Schon 1787 hatte diese Phase hin zur Entwicklung einer einfacheren Pistole mit der Kürzung der Läufe und Vorderschäfte bis an das Nasenband bei zumindest einem Regiment (Dragoner-Regiment v.Finckenstein, N°10 der Stammliste) begonnen. Auch berichtete der Chef dieses Regiments von der gleichzeitigen Änderung der Zündlöcher, die, offensichtlich auf seinen Wunsch hin, trichterförmig aufgebohrt worden waren.

Am 23. Februar 1789 ordnete schließlich das 2. Departement des Oberkriegskollegiums für die Dragoner- und Husaren-Regimenter in den Marken und in Pommern an, daß die Pistolen nach einem vom König genehmigten und gesiegelten Muster entsprechend abzuändern seien. Zuerst sollten die in den Depots lagernden Pistolenbestände der Reserve umgearbeitet und dann den Regimentern im Tausch gegen deren Pistolen ausgegeben werden; auf diesem Wege sollte die Einsatzbereitschaft gewährleistet bleiben. Die über diesen Bestand hinaus bei den einzelnen Regimentern vorhandenen Pistolen sollten durch die Regimentsbüchsenmacher umgearbeitet werden. Hintergrund für diese radikale Abkehr von den seit Urzeiten gewöhnten, langen Pistolen dürfte das Beispiel der weit kürzeren, aber dennoch nicht weniger effektiven, französischen Pistolen M 1763/66 gewesen sein, deren Vorteile man seit den Zeiten des Siebenjährigen Krieges kannte.

Bei der Änderung wurden die Läufe nach dem Maß der Probepistole abgeschnitten, jedoch blieben die Kolben der davon betroffenen Pistolen von dieser Maßnahme unberührt; die alten Schäfte wurden unter Entfernung der Ladestockröhrchen und Verschließen der entsprechenden Nut mit einem Holzpflock beibehalten. Wenn die Schäfte zur Umänderung schon zu schlecht waren, wurden solche komplett neu gefertigt – die dann natürlich nicht mehr mit den alten, rhombischen, sondern mit ovalen Verschneidungen versehen wurden. Zusätzlich ist das Zündloch analog demjenigen der Infanteriegewehre konisch aufgebohrt und