Schweiz, Steinschloss-Taschenpistole von ULRICH à BERN

Schweiz, Steinschloss-Taschenpistole von ULRICH à BERN
Nummer: 0672

1.850,00 €

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Schweiz, Steinschloss-Taschenpistole von ULRICH à BERNSchweiz, Steinschloss-Taschenpistole von ULRICH à BERNSchweiz, Steinschloss-Taschenpistole von ULRICH à BERN
Sehr gut erhaltene Taschenpistole gefertigt von einem bekannten Schweizer Büchsenmacher
Nussbaum-Vollschaft mit partiellem Verschnitt am Kolben. Eisenbeschläge, bestehend aus einer Kolbenkappe und einem einteiligen Abzugsbügel. Kantiger, gebläuter Lauf mit Patentschwanzschraube und goldgefüttertem Zündloch, die Mündung ist leicht gestaucht. Visiereinricht bestehend aus Standkimme mit einer beweglichen Klappe und eingeschobenem Korn kurz hinter der Mündung. Der Lauf besitzt 28 Züge. Lauf/Schaftverbindung durch die Patentschwanzschraube und einen Schieber mit beidseitiger Silberumrandung im Vorderschaft. Herstellersignatur "Ulrich à Bern" an der Laufoberseite. Steinschloss mit flachem Schlossblech und entsprechendem Schwanenhalshahn, regensicherer Pfanne und Rollglied an der Batteriefeder zur Beschleunigung der Zündung. Die Schlossinnenseite inklusive Mechanik ist spiegelblank.
Gesamtlänge 190 mm, Lauflänge 84 mm, Kaliber des 28fach gezogenen Laufs 10,14 mm, Gewicht 339 g
Der in Bern ansässige Büchsenmacher (1771-1845) wurde 1812 von der württembergischen Regierung als Intendant in die Waffenfabrik Oberndorf am Neckar berufen. Wegen Unregelmäßigkeiten in der Geschäftsführung  wurde er jedoch 1820 von seinem Amt suspendiert, bezog aber weiterhin ein staatliches Gehalt, weil er die Staatsstelle 1812 auf Lebenszeit zugesprochen erhalten hatte. Im Jahr 1822 wurde ihm behelfsmäßig die Aufsicht über das Zeughaus in Ludwigsburg übertragen, wurde aber ein Jahr später endgültig aus dem Staatsdienst entlassen. Wenig später eröffnete er eine Werkstatt in Stuttgart, wo er 1827 ein Patent für eine Sicherung  und 1828 ein weiteres für ein Perkussionsscvhloss mit halb verdecktem Hahn erhielt.
Daraus ergibt sich zwangsläufig, dass die hier vorgestellte Pistole vor Ulrichs Weggang nach Oberndorf, also vor 1812 gefertigt worden sein muss.