Kavallerie-Offizierpistole 1733/34 Régiment Royal des Cravates
Nur selten findet man französische Kavalleriepistolen mit eindeutiger Regimentsbezeichnung, eine echte Rarität.
Gut erhaltener Nussbaumvollschaft mit ovalen Verschneidungen um das Schloss, das Schlossgegenblech und das Schwanzschraubenblatt. Messingbeschläge, bestehend aus halbem Vorderschaftband, zwei Ladestockröhrchen, Abzugsbügel mit charakteristischem vorderem Abschluss in Lilienform, Kolbenkappe mit langen, seitlichen Sporen und flächigem, für den Waffentyp ebenfalls charakteristischem Schlossgegenblech für zwei Schrauben. Alle Beschlagzeile mit feiner Randstichgravur, das Schossgegenblech mit floralem Dekor. Runder, am Pulversack kantiger Lauf mit rund endendem Schwanzschraubenblatt. An der Laufoberseite ein zur Mündung hin schmaler werdender und bis zum Korn reichender Flachschliff, dieser mit Signatur „REG. ROYAL DES CRAVATES“. Lauf/Schaftverbindung durch Kreuzschraube und zwei Stifte/Ösen. Steinschloss M 1733 mit flachem. an den Kanten abgeschrägtem Schlossblech und ebensolchem Schwanenhalshahn. Auf dem Schlossblech unterhalb der eisernen Pfanne die Herstellersignatur „FRANCOIS PENEL“. Hölzerner, originaler Ladestock mit konisch erweitertem Setzkopf mit Eisenplättchen. Die Pistole befindet sich in gutem, originalem Zustand und ewinwandfreier MechanikGesamtlänge 489 mm, Lauflänge 3090 mm, Kaliber des glatten Laufs 18,28 mm
Dies ist eine von Francois Penel für das königliche Regiment Kroaten gefertigte Pistole. Ihre sorgfältige Ausführung mit den zusätzlichen Dekorationen spricht dafür, dass sie auf die private Bestellung eines im Königlichen Regiment Kroaten dienenden Offiziers zurückgeht. Dieses Regiment war 1643 aus kroatischen Reitersöldnern aufgestellt worden und wurdfe 1667 in die Linienkavallerie übernommen. Im Jahr 1761 hat man das „Régiment de Chabrillan Cavalerie“ in das Kroaten-Regiment eingegliedert, wodurch die Stärke von zwei auf vier Eskadrons anstieg. Jede Eskadron bestand nun aus 4 Kompanien zu je 40 Reitern, zusammen 649 Reiter. Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass die länglichen Halstücher aus der kroatisch geprägten Gründungsphase des Regiments als Vorläufer der Krawatte gelten, deren Name auch davon hergeleitet wird.Die Pistole entspricht weitgehend der mit Ordonnanzbefehl vom 28. Mai 1733 eingeführten und mit einem Reglement vom 18. Januar 1734 dimensionsmäßig festgelegten Kavalleriepistole, welcher über 25 Jahre bei der Truppe verwendet und erst nach dem Siebenjährigen Krieg von einem Nachfolgemuster ersetzt wurde. Der Umstand, dass die Pistole ovale Verschneidungen am Schaft zeigt, deutet darauf hin, dass es sich hierbei um ein früheres Fertigungsmuster aus der Zeit um 1745 handelt. Später gefertigte Pistolen haben keine Verschneidungen mehr. Francois Penel aus St. Etienne war vermutlich Teilhaber der Firma Penel Frères und dort nachweisbar für die Jahre von 1746 bis 1778. Er war im Stadtrat von St. Etienne Vertreter der dort ansässigen Büchsenmacher und arbeitete 1746 sowohl für die Gendarmerie, als auch für die Kompanie Mestre de Camp im Regiment de la Mothe.


