Schweiz, Kanton Bern, Dragonerpistole 1769, Fertigung Pistor/Schmalkalden
Nummer: 0852
Schweiz, Kanton Bern, Dragonerpistole 1769, Fertigung Pistor/Schmalkalden
5.000,00 €Höchst seltene Pistole eines Schweizer Kantons aus der Mitte dea 18. Jahrhunderts in bestem Zustand
Sehr guter Nussbaumvollschaft ohne Schaftverschneidungen um Schloss und Schwanzschraubenblatt. Messingbeschläge, diese bestehend aus schmalem, halbem Mündungsband, zwei runden, an beiden Enden kanellierten Ladestockröhrchen, einteiligem Abzugsbügel, Kolbenkappe mit langen, seitlichen Sporen, von außen zweifach genageltem Daumenblech mit „D/Compag/D/N°156“und Schlossgegenblech für zwei Schrauben. Steinschloss mit gewölbter Platine, entsprechendem Schwanenhalshahn und eiserner, frei stehender, runder Pfanne. Lauf mit glatter Seele bis zur Mündung rund. Keine Kimme, Messing-Ovalkorn 45 mm hinter der Mündung. Eiserner, originaler Ladestock mit konisch erweitertem Setzkopf. Stempel „TWP“ für Thomas Wilhelm Pistor am Lauf links und auf der Schlossplatine zwischen den Schenkeln der Batteriefeder. Sehr gute, stramme Schlossfunktion. Gesamtlänge 540 mm, Lauflänge 349 mm, Schlosslänge 135 mm, Kaliber des glatten Laufs 18,0 mm, Gewicht 1.411 g
Im gesamten 18. Jahrhundert sind bei Schweizer Militärwaffen Modelle nach einer bestimmten Ordonnanz unbekannt. Die einzelnen Kantone waren souveräne, durch Bündnisse vereinigte Staaten. Erst die Bundesverfassung von 1848 schuf die Voraussetzung für einheitliche Ordonnanzen. Die Beschaffung der vom Bund als Modell den Kantonen zugeschickten Waffen oblag aber bis 1874 noch den Kantonen. Deshalb treten bis zu dieser Zeit bei den Ordonnanzmodellen z.T. noch erhebliche lieferantenbedingte Unterschiede auf. Die Pistole entspricht exakt in allen Details und Dimensionen der bei Reinhart/Meier, Pistolen und Revolver der Schweiz seit 1720 auf Seite 16 gezeigten und beschriebenen Waffe. Lediglich die Beschriftung des Daumenblechs ist verschieden, welches beim angebotenen Stück einem Dragoner der 4. Kompanie des 4. Regiments als Pistole n°156 zuzuschreiben ist. Insgesamt hat die Firma Pistor in Schmalkalden zwischen 1769 und 1777 per Vertrag vom 18. März 1769 insgesamt 1000 Pistolen an das Zeughaus in Bern geliefert.


