Österreich, Kavalleriepistole 1770

Österreich, Kavalleriepistole 1770
Nummer: 0639

Österreich, Kavalleriepistole 1770

1.850,00 €

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Österreich, Kavalleriepistole 1770Österreich, Kavalleriepistole 1770Österreich, Kavalleriepistole 1770
Charakteristische, massive Steinschlosspistole der habsburgischen Kavallerie mit Eisenbeschlägen, aber ohne Ladestocknut
Nussbaum-Vollschaft mit ovalen Verschneidungen um Schwanzschraubenblatt, Schloss und Schlossgegenblech. Teilweise feinnarbige Eisenbeschläge, diese bestehend aus einem halben Mündungsband, 15mm hinter der Mündung, einteiligem Abzugsbügel, Kolbenkappe mit langen Sporen und flachem, für diese Pistole typischem Schlossgegenblech. Runder, am Pulversack kantiger Lauf mit Messingkorn an der Oberseite, 30mm hinter der Mündung, keine Kimme.. Steinschloss M 1770 mit flachem Schlossblech, ebensolchem Schwanenhalshahn und facettierter Eisenpfanne, diese ohne Verbindungssteg zur Batterieschraube. Meistermarke „RH“ im Rechteck an der Schlossinnenseite. Sehr gute und stramme Funktion der Schlossmechanik.

Gesamtlänge 460 mm, Lauflänge 281 mm, Kaliber des glatten Laufs 18,8 mm, Gewicht 1.269 g

Um die Handhabung der bisher verwendeten Pistole M 1770 zu verbessern, führte man 1774 einen Änderung in der Form ein, dass die Eisenpfanne einen Verbindungssteg zur Batteriedeckellagerschraube erhielt, diese Verbesserung ist an der vorliegenden Pistole noch nicht durchgeführt. Weiterhin wurden die Pistolen M 1770 ab 1781 auf die „gestollte“ Schwanzschraube und das schräg gebohrte, trichterförmige Zündloch verändert. Das Einsparen eines „Tempos“ bei der Ladetätigkeit – das Zündpulver musste nicht mehr auf die Pfanne geschüttet werden, es konnte nun durch den Zündlochtrichter alleine auf die Pfanne rieseln – war für den zu Pferd kämpfenden Reiter eine wesentliche Erleichterung. Auch diese Änderung ist an der vorliegenden Pistole nicht durchgeführt.

Mit der Einführung der Waffenserie 1798 kehrte man übrigens wieder zum geraden und zylindrischen Zündloch zurück, womit man wieder Pulver auf die Pfanne schütten musste.

Vergleiche hierzu Gabriel, Die Faust- und Handfeuerwaffen der habsburgischen Heere, Wien 1990, S.44f.

Schuy, einschüssige Faustfeuerwaffen der österreichischen Streitkräfte, Braunau 2000, S.41ff