Baden, Wallbüchse 1853, Fertigung S&C Suhl

Baden, Wallbüchse 1853, Fertigung S&C Suhl
Nummer: BF01

Baden, Wallbüchse 1853, Fertigung S&C Suhl

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Dies ist eine der in nur geringsten Stückzahlen erhaltenen  badischen Wallbüchsen, die für die Festung Rastatt beschafft und noch bei der Belagerung Straßburgs 1870/71 eingesetzt wurden
Die badische Wallbüchse mit brüniertem Lauf, einer Gesamtlänge von 1420 mm, einer Lauflänge von 1000mm, einem Kaliber von 18,6 mm und einem Gewicht von rund 17 Pfund, besaß das gleiche Visier wie das bei der badischen Infanterie eingeführte Minié-Gewehr M1852, lediglich die Einteilung war eine andere. Kaliber und Gewicht der aus der Wallbüchse verschossenen Projektile war etwas größer als bei den Infanteriewaffen. Das Geschossgewicht betrug 52,98 g, seine Länge 32,25 mm und der zylindrische Teil des Spitzgeschosses hatte einen Durchmesser von 17,43 mm.

Zur Besatzung der Festung Rastatt gehörte neben preußischen und österreichischen Truppen seit 1854 auch eine Festungs-Artillerie-Abteilung mit zwei Batterien des Großherzoglich Badischen Artillerie-Regiments; diese war am 30. September 1854 errichtet worden. Daneben waren in der Festung immer mindestens zwei Bataillone badischer Infanterie stationiert, welche unter anderem auch für die Bedienung der Wallbüchsen eingesetzt wurden, da die Artilleristen natürlich in erster Linie für die Bedienung der in der Festung positionierten Geschütze zuständig waren. So stellte Baden stellte zur Besatzung der Bundesfestung Rastatt z.B. im Jahr 1858 eine Festungsartillerie-Abteilung zu vier Batterien und zwei Bataillone des 3. badischen Infanterie-Regiments.

Für diese Festungs-Truppen bestellte die badische Regierung 1853 insgesamt  150 Wallbüchsen nach der Konstruktion des Obersten Köbel beim Suhler Fabrikenkonsortium "Spangenberg & Co", welches sich aus den Einzelfirmen Spangenberg, Sauer & Sturm, C.G. Haenel und Valentin Christoph. Schilling zusammensetzte und die von ihnen hergestellten Waffen mit "S & C Suhl" signierten. Die Büchsen wurden wohl in demselben und in den beiden noch folgenden Jahren ausgeliefert, da Waffen mit den Jahreszahlen 1853, 1854 und 1855 bekannt sind.

Da die seit der Schließung der badischen Gewehrfabrik St. Blasien als Lieferant badischer Militärwaffen aufgetretene württembergische Gewehrfabrik in Oberndorf nicht zur Verfügung stand, weil sie durch Aufträge zur Umänderung von Infanteriegewehren des VIII. Bundesarmeekorps auf das Minié-System völlig ausgelastet war, musste die Wallbüchsenbestellung nach Suhl vergeben werden. Inwieweit der Impuls zur Beschaffung dieser badischen Wallbüchsen für die Bundesfestung Rastatt nicht aus Karlsruhe selbst, sondern möglicherweise von der Bundesmilitärkommission Frankfurt kam, konnte nicht festgestellt werden.