Preußen, Kavallerie- und Artilleriepistole 1823 UM
Nach der Perkussionierung wurde dieser Pistolentyp noch sehr lange in der preußischen Armee verwendet und erst durch den Reichsrevolver M/79 ersetzt.
Fast unberührter Nussbaumvollschaft noch mit original schwarzbraunem Anstrich. Messingbeschläge, diese bestehend aus von unten verschraubtem Mündungsring, Abzugsbügel, Kolbenkappe mit eiserner Riemenöse und flachem, s-förmigem Schlossgegenblech. Nahezu makelloses Perkussionsschloß M 1823 UM mit entsprechendem Perkussionshahn und federgestützter Pistonsicherung. Schlossblech mit Herstellersignatur „Potsdam“ über „GS“. Sehr gute Schlossfunktion. Runder, am Pulversack kantiger, seitlich abgeflachter Lauf mit angelötetem Pistonsockel, dieser mit Reinigungsschraube. Superrevisionsstempel „FW“ unter Krone am Pulversack oben links. Fertigungsjahr „1830“, „Krone“ und Fertigungsjahr „1830“ auf dem Schlossgegenblech. Die hier vorgestellte Waffe wurde 1830 in der Königlichen Gewehrfabrik Potsdam von den Gebrüdern Schickler hergestellt und zeigt auf allen wesentlichen Teilen die Nummern 18 bzw. 21 oder beide Zahlen sowie auf den Beschlagteilen zusätzlich eine Krone. Am Pulversack sind links der verschliffene militärfiskalische Stempel '♔FW', die Waffennummer 948 und verschiedene Abnahmestempel eingeschlagen. Auf der linken Schaftseite neben dem Schlossgegenblech befinden sich der Superrevisionsstempel '♔FW', die Waffennummer 948 und ein Abnahmestempel. In den Abzugsbügel ist der Truppenstempel "B.D.99" , vermutlich der 2. Bernstadter Eskadron des Dragoner-Regiments König Friedrich III. N°8 (2. Schlesisches), Waffennummer 99 eingeschlagen.
Die Pistole hat noch voll flächig den original schwarzbraunen Anstrich.
Gesamtlänge 400mm, Lauflänge 235mm, Kaliber des glatten Laufs 16,1mm.
Die Pistole hat noch voll flächig den original schwarzbraunen Anstrich.
Gesamtlänge 400mm, Lauflänge 235mm, Kaliber des glatten Laufs 16,1mm.
Dieses Regiment war 1860 errichtet worden und lag mit der 1. Eskadron in Kreuzburg, mit der 2. Eskadron in Bernstadt und mit der 3. Eskadron in Namslau. Es gehörte zum VI. preußischen Aemeekorps.
Sollte das kleine "B" im Truppenstempel als Ersatz für eine nicht vorhandene "8" verwendet worden sein, ändert das an der Zuschreibung der Pistole zum Dragonerregiment N°8 nichts.
Sollte das kleine "B" im Truppenstempel als Ersatz für eine nicht vorhandene "8" verwendet worden sein, ändert das an der Zuschreibung der Pistole zum Dragonerregiment N°8 nichts.


