Sachsen-Coburg-Gotha, Infanteriegewehr 1856, Ssytem Minié, Fertigung in Mehlis

Sachsen-Coburg-Gotha, Infanteriegewehr 1856, Ssytem Minié, Fertigung in Mehlis
Nummer: FA01

Sachsen-Coburg-Gotha, Infanteriegewehr 1856, Ssytem Minié, Fertigung in Mehlis

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Dies ist ein extrem seltenes Gewehr aus der Reservedivision der Armee des Deutschen Bundes, geführt im Kontingent von Sachsen-Coburg-Gotha. 
Nussbaumvollschaft mit kantiger Backe links und mit Messingbeschlägen, diese bestehend aus drei rechtsseitig federarretierten Laufringen und sächsischem Abzugsbügel mit Hakenmontage am eisernen Unterbügel, Kolbenkappe und zwei Unterlagen der Schlosshalteschrauben aus Eisen. Runder, am Pulversack auf 120 mm kantiger Lauf mit Patentschwanzschraube mit integriertem Pistonsockel; vor der Mündung aufgelötetes Eisenkorn. Zugehöriges Klappenvisier in Schwalbenschwanzpassung auf dem Lauf entsprechend dem Visier des preußischen Infanteriegewehrs 1839/55. Perkussionsschloss mit flacher, bündig im Schaft verlegter Schlossplatine. Bajonett-Aufpflanzvorrichtung mit Federlöffel an der Laufunterseite, eiserner Originalladestock. Herstellersignatur „MEHLIS“ / 1856“ unter Krone auf der Schlossplatine, Seriennummer „1515“ am Lauf links und an der Nase des Kolbenblechs. Truppenteilsignatur „II.B.“ auf der Nase des Kolbenblechs. Staatliche Abnahmestempelung gotisches „E“ unter Krone (Herzog Ernst II. 1818–1893) an der Oberseite der Patentschwanzschraube.

Gesamtlänge 1421mm, Lauflänge 1000 mm, Kaliber des 5-fach gezogenen Laufs 17,6 mm, Gewicht 4.586 g.

Das in Mehlis im Jahr 1856 produzierte Infanteriegewehr wurde in Anlehnung an das preußische Infanteriegewehr M 1839/55 mit Minié-Zügen und entsprechender Visierung gefertigt. Verwendung fand es laut Truppenteilsignatur beim II. Bataillon des Gotha'schen Infanterieregiments, welches zur Reserve-Infanterie-Division gehörte und zur Besatzung der Festung Mains bestimmt war. Die zwei Bataillone dieses Regiments hatten zusammen eine Sollstärke von 1.674 Mann zzgl. ein Reservekontingent von 186 Mann. Produzent der Bewaffnung des Regiments war vermutlich die Firma R. Anschütz in Mehlis.