Artillerie- und Pioniergewehr 1845 Fertigung Pistor/Schmalkalden

Artillerie- und Pioniergewehr 1845 Fertigung Pistor/Schmalkalden
Nummer: 0590

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Ein absolut seltenes Stück in nahezu neuwertigem Zustand
Nussbaumvollschaft mit erhabener Kolbenbacke am Kolben links. Messingbeschläge, diese bestehend aus drei rechtsseitig federarretierten Laufringen, Abzugsbügel, Kolbenblech und s-förmigem, flachem, im Schaft bündig eingelegtem Schlossgegenblech. Eiserner, gefingerter Unterbügel mit Originalbläuung. Vordere Riemenöse am zweiten Laufring, hintere Riemenöse durch das Abzugsbügelblatt gesteckt und im Schaft verstiftet. Neu konstruiertes Perkussionsschloss mit flachem, bündig im Schaft eingelegtem Schlossblech, gerundetem Perkussionshahn und federgestützter Pistonsicherung. Herstellersignatur „PISTOR IN SCHMALKALDEN“ und darunter Seriennummer „8“. Über der Herstellersignatur die Kontrollstempelung „ST“ unter Krone des nach Schmalkalden zur Abnahme der fertigen Waffen abgestellten Büchsenmachers des 1. kurhessischen Husarenregiments Stockenius. Das „ST“ unter Krone und die Seriennummer „8“ auch auf dem Pulversack des Laufs oben links, der Nase des Kolbenblechs und den Köpfen der beiden Schlossschrauben. Runder, am Pulversack kantiger Lauf mit Bajonettwarze an der Laufunterseite, 22mm hinter der Mündung. Standkimme auf dem Schwanzschraubenblatt, Eisenkorn auf der Laufoberseite, es greift in eine Nut des Vorderrings ein. Eiserner, später ergänzter Ladestock Die Schraubenköpfe mit gut erhaltener Originalbläuung.

Gesamtlänge 1151mm, Lauflänge 756mm, Kaliber des glatten Laufs 17,7mm, Schlosslänge 140mm, Schlossbreite 31mm.

 

Seit 25.04.1843 gehörte zur Ausrüstung der kurhessischen Artilleriemannschaft der Fußbatterien neben einem Faschinenmesser auch ein Bajonett-Karabiner.

Bei diesen Bajonett-Karabinern oder Artilleriegewehren handelte es sich um im Kasseler Zeughaus aptierte und zusammengebaute Waffen, welche unter Verwendung von französischen, aber auch von Pistor in Schmalkalden gelieferten Teilen entstanden. 1845 fertigte dann Pistor in Schmalkalden noch ein kleines Kontingent dieser Waffen neu, die sich nun durch eine modernere Schlossform und die unübersehbare Herstellersignatur Pistors von den älteren Stücken unterschieden.

  In den 1850er-Jahren führten nur noch die Pioniere und Handwerker diese Gewehre, letztere, um bei Paraden der
  ganzen Garnison die Hauptwache beziehen zu können. Es war dies die einzige Gelegenheit, bei der auch
  Artilleristen vor dem Palais auf Posten standen.