Sachsen, Kavalleriepistole 1700-1711

Sachsen, Kavalleriepistole 1700-1711
Nummer: 0660 RESERVIERT

Sachsen, Kavalleriepistole 1700-1711

2.750,00 €
Sachsen, Kavalleriepistole 1700-1711Sachsen, Kavalleriepistole 1700-1711Sachsen, Kavalleriepistole 1700-1711
Dies ist eine der frühesten sächsischen Steinschloss-Ordonnanzpistolen aus Suhler Fertigung
Nussbaum-Vollschaft mit Eisembeschlägen, diese bestehend aus zwei runden Ladestockröhrchen mit Endwülsten, einteiligem Abzugsbügel vorne gestiftet, hinten verschraubt, Kolbenkappe mit langen, seitlichen Sporen, unbeschriftetem Daumenblech und speziell geformtes Schlossgegenblech für zwei Schrauben und dreifach gekurvtem Fortsatz rechts. Steinschloss mit gewölbtem und leicht gebogenem Schlossblech sowie entsprechendem Schwanenhalshahn. Runde Eisenpfanne ohne Verbindungssteg zum Batterielager, der Batteriedeckel an seiner Unterseite mit Höhlung. Die Batteriefeder von der Schlossinnenseite her verschraubt. Glatter ehemaliger Radschlosslauf Lauf im hinteren Drittel kantig gearbeitet. Visiereinrichtung bestehend aus in das Schwanzschraubenblatt eingefeilter Kimme und halbmondförmigem Eisenkorn auf dem Lauf, 31 mm hinter der Mündung. Am Lauf oben links Schmiedemarke (Siehe Stöckel, Marke aus der Radschlosszeit, „SVL“ im Rechteck am Lauf links und Marke „LS“ im Rechteck ebenfalls am Lauf links. Hölzerner Ladestock mit Eisenplättchen am Vorderende. Sehr gute Schlossfunktion.

Gesamtlänge 492 mm, Lauflänge 310 mm, Schlosslänge 127 mm, Kaliber des glatten Laufs 18,00 mm, Gewicht 1.178 g

Der Milizfaktor Nikolaus Bachmann aus Suhl hat für Sachsen und Polen im Zeitraum von 1700 bis 1711 insgesamt 4.000 Steinschlosskarabiner und 6.400 Paar Steinschlosspistolen geliefert. Die hier gezeigte Pistole trägt auf dem Lauf eine Stempelmarke (Stöckel Marke 4995 aus 1584), die belegt, dass es sich hier um einen ehemaligen Radschlosslauf handelt. Eine weitere links am Lauf zusammen mit der Marke „SVL“ eingeschlagene Marke „LS“, die vermutlich Leonhard Spangenberg aus Suhl (1586-1637) zuzuschreiben ist, bestätigt diese frühe Datierung. Die nach Maßgabe der Stempelmarken eindeutig in Suhl gefertigte Pistole entspricht mit ihrem gebogenen Schlossblech und dem für Suhl typischen Schlossgegenblech der Fertigungszeit um 1700. Jedoch ist wie bei vielen zeitgleichen und auch in der Literatur vorgestellten Stücken kein direkter Hinweis an der Waffe selbst vorhanden, der eine Zugehörigkeit zur sächsischen Armee jener Zeit belegen würde. Einzig die Übereinstimmung der Beschlagteile, deren Form und Ausgestaltung zwischen den einzelnen Waffen und natürlich die Suhler Herkunft lassen eine sächsisch-polnische Verwendung vermuten.